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Eine gefährliche Überfahrt?

Hin und her schaukelt das kleine Schiff, arbeitet sich mühsam vorwärts durch den schweren Wellengang, das Wasser spritzt über die Railing, die unbefestigte Ausrüstung auf dem Deck rutscht hin und her, während in der Kombüse das Besteck, all die Teller und Becher unkontrolliert durch die Gegend rollen. Die Fahrgäste halten sich überall an den festgeschraubten Gegenständen des Schiffes fest und pressen ihre überstrapazierten Körper flach an die Stahlwände während sie in den Gängen entlang wandeln. Weder der Kapitän, noch der Steuermann sehen durch den dichten Regen und die vielen Böen das Ziel der Reise und der seekranke Ausguck auf dem Hauptmast kann auch noch lange nichts erkennen...

So ungefähr könnte eine abenteuerliche Reise auf eine geheimnisvolle Insel auch aussehen, doch hier kommt es ganz anders. Wer sorglos in der Ting Tong City Pattaya am Strand ins Wasser geht um dort zu plantschen, der ist entweder ganz hart im Nehmen, ein abenteuerlustiger und waghalsiger Adrenalinjunkie, verrückt oder total ahnungslos. Denn die Bucht von Pattaya – sowie die umliegenden Gebiete wie Jomtien – erfreut sich keines guten Rufes und es ist davon dringend abzuraten dort selbst nur die Füße im Wasser einzutauchen. Das Meereswasser hier ist überproportional verunreinigt - kurz gesagt eine dreckige Kloake – und daher kann es entweder eklige Konsequenzen und vielleicht sogar eine üble Infektion nach sich ziehen.

Wer also eine gewisse, ruhige, enstpannte, sonnige Zeit an einem schönen Badestrand zu verbringen gedenkt, der geht sicherlich nicht hier ins Wasser sondern steuert andere Gegenden von Thailand – wie zum Beispiel Koh Chang, Hua Hin, Samui, Krabi oder Phuket - an. Doch was tun wenn man planmäßig nach Chonburi (die Provinz in der die Ting Tong City liegt) kommt und zwischendurch spontan einige Stunden oder Tage an einem sonnigen und mehr oder weniger sauberen Stand - ohne Pattaya zu entfliehen - verbringen möchte?

Auch dafür gibt es hier eine Lösung. Gaaanz zufällig ist Thailand auch ein Inselparadies. Das Königreich erstreckt sich um mehr als 500 Inseln, wobei einige – eigentlich wohl die allermeisten - davon sogar unbewohnt sind. Natürlich wollen nicht gleich alle auf eine einsame, felsige Insel ziehen wo es kein fließendes Wasser, Haus oder stilles Örtchen gibt, geschwiegen schon Nachbarn. Zum Glück ist die - nur knapp 8 Kilometer vom Festland entfernte – mit einigen Einheimischen bewohnte, und mit einem erträglichen Straßennetz ausgestattete Insel Koh Larn (auch als Coral Island bekannt) greifbar in der Nähe. Die reguläre Fähre braucht von Bali Hai Pier im Süden von Pattaya nur ca. 40 Minuten bis zum Pier auf dem Ostufer der kleinen Insel.

Das Pier findet ihr ganz leicht, es befindet sich direkt vor dem riesigen „Pattaya City“ Schriftzug, welches man im Süden der Bucht von Pattaya sehen kann. Es ist auf jeden Fall ein Markenzeichen und absolut jeder kennt das „Pattaya Sign“. Selbst wenn man noch nicht vor Ort gewesen ist und sich erst auf die Reise vorbereitet - schon beim betrachten der Fotos der Stadt im Internet springt dieser Schriftzug einem schnell entgegen.

Doch zurück zum Thema. Zum Bali Hai Pier kommt man entweder mit dem Baht Bus (dem „Songthaew“) oder mit einem Taxi (bzw. Motorradtaxi). Seid ihr gut zu Fuß, könnt ihr bis zum nördlichen Ende der Walking Street – da wo das Tor ist - fahren und geht dann von dort die Straße runter bis ganz zum Ende wo ihr dann kurz vor dem Pattaya Sign nach rechts abbiegt. Am Kopf des Piers steht ein großes Pavillion, dort existieren verschiedene Einkaufsmöglichkeiten und auch der Schalter mit den Karten für die Boote. Auch wenn sich hier viele Touristen anstellen – das solltet ihr wissen – es ist nicht nötig am Schalter die Karten für die Fähre zu besorgen. Ihr könnt diese auch direkt am Schiff von der Besatzung kaufen. Die Überfahrt kostet 30 Baht pro Person und es ist – gegen einem gewissen Aufpreis (um die 300 Baht) – auch möglich Motorräder/Roller auf die Insel mitzunehmen. Das macht aber nur Sinn wenn ihr schon ein Zweirad gemietet habt und mehrere Tage auf Koh Larn übernachten wollt ohne den Roller ungenutzt stehen zu lassen oder ihn für die Zeit beim Verleiher abzugeben. Schließlich wird es so deutlich teurer, da der Mietpreis für Roller über längeren Zeitraum niedriger ist, und der Roller könnte nach eurer Rückkehr bereits wieder vermietet worden sein. Wie man es schließlich handhaben möchte, kann letztendlich jeder für sich entscheiden.

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Nur um es nicht unerwähnt zu lassen – wer es eilig hat und wem das Geld nicht so wichtig ist, kann auch ab ca. 300 Baht (nur wenn genügend Passagiere da sind, sonst wird es teurer) mit einem Speedboat innerhalb von ca. 20-25 Minuten auf die Insel gelangen. Selbstverständlich wird hier ein Roller kaum mitgenommen werden können.

Die Zeit aufzubrechen ist gekommen, der alten Weisheit folgend - laut der der frühe Vogel den Wurm fängt – füllt sich das Pier mit Badeurlaubern aus aller Welt. Die am nahen Kreisel ankommenden Reisebusse spucken nacheinander ganze Horden Chinesen die von einem Reiseleiter mit kleiner, farbigen Fahne über das Pier bis zu den Schiffen geführt werden. Es ziehen auch Familien aus Russland, Backpacker aus Frankreich und Kanada sowie Rentner aus Deutschland über die Seebrücke, die internationalen Ströme fließen hier zusammen. Wie ein gigantischer, überdimensionaler Tausendfüßler ziehen fast ununterbrochen die Menschenmassen durch die die Enge des Piers, über die Ticketkontrollen bis auf die Schiffe, und die hilfsbereiten Besatzungsmitglieder helfen so manchen älteren oder behinderten Touristen vom hohen Pier auf das Deck der schaukelnden Boote. All das unter der steigenden, prallen thailändischen Sonne. Auch wenn es noch dauert - die Zeit läuft ab und wer am Abend schön braun und durchgebraten sein möchte muss sich beeilen...

Mit der Fähre ankommend, landet ihr am Ostufer der Insel, am Na Baan Pier. Dieser liegt direkt an der größten – und eigentlich einzigen - Siedlung der Insel wo sich praktisch das ganze Leben der Insel – abgesehen von den Stränden – abspielt. Hier gibt es viele winzige, aber auch günstige Restaurants, den wohl einzigen Franchise-Supermarkt (Seven Eleven) der Insel, die Resorts, Hotels, Läden, Roller Vermieter, Bars und Coffee Shops.

Die Insel verfügt über viele – kleinere und größere - Strände, doch die wichtigsten Strände sind natürlich auch die, welche mit Touristen am meisten überlaufen sind. Zudem befinden sich alle brauchbaren Strände der Insel hinter einer Hügelkette, welche das Land vom Norden nach Süden durchquert.

Die sieben wichtigsten Strände sind (von Nord nach Süd aufgelistet):


Dazwischen gibt es noch kleinere, viel weniger frequentierte Strände, oftmals mit schwierigeren Zutritt. Sie sind in kleinen Buchten versteckt, von anderen Stränden oder den Hügeln nicht einsehbar, manchmal führt nur ein schmaler Pfad durch den Dschungel dorthin. Wer länger auf der Insel bleibt, einen Roller, Lust und Zeit hat diese zu erkunden, wird auch den einen oder anderen dieser Strände aufsuchen können.

An Stränden wie der Samae Beach könnt – und solltet – ihr eine Liege unter dem Schirm mieten, die Miete kostet wenige Euro gilt dann bis zum Sonnenuntergang. Wer sich direkt am Strand, unter der Sonne ausbreiten möchte, sollte lieber für den richtigen Sonnenschutzfaktor 500+ sorgen und auch dann nicht allzu lange auf einer Seite liegen bleiben. Natürlich werdet ihr Getränke und leckere Speisen an diversen Ständen direkt daneben und zum gewohnt günstigen Preis einkaufen können so, dass für das Wohlbefinden und vollen Magen gesorgt ist.

Ebenfalls direkt an einigen Stränden (Samae Beach) könnt ihr euch einen Jetski ausleihen, ein Bananaboat fahren, mit einem Speedboat an einem Sea Walk, Schnorchel- oder Tauchausflug, zum nahegelegenen Korallenriff, teilzunehmen oder euch beim Parasailing beweisen.

Wer hingegen nicht nur den Strand und das Meer genießen möchte, aber auch gerne die Insel erkundet, der findet – vor allem im Bereich der Hügelkette – einige schöne Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten, welche er mit dem Roller (oder einem gemieteten Songthaew/Motorradtaxi) aufsuchen kann. Zunächst gibt es im Süden der Insel den Windmill Viewpoint, welcher an einem großen Sendemast gelegen ist und von wo man einen Großteil der südlichen Hälfte der Insel überblicken und auch eine schöne Panorama auf Pattaya und Jomtien bewundern kann. Dieser Ort ist sowohl am Tag wie auch bei der Dunkelheit einen Besuch wert, doch der Pfad dorthin verläuft an recht steilen Abhängen und ist sehr gewunden, unübersichtlich, eng und steil wodurch zwei entgegen fahrenden Rollerfahrer zur Gefahr füreinander werden können. Seit daher hier sehr, aber sehr vorsichtig, denn auch geübte Fahrer können schnell in Schwierigkeiten geraten. Zudem ist oben keine Menschenseele – außer den wenigen Besuchern – und daher wird kein Einheimischer euch sofort helfen können falls etwas passiert.

Des weiteren gibt es noch einen Aussichtspunkt auf der östlichen Seite der Hügel, direkt neben der Hauptstraße, die an der Mülldeponie verläuft. Von hier sieht ihr den Ostteil der Insel und das Meer bis nach Pattaya und Jomtien.

Auf den Hügeln zwischen dem Tien Beach und Tawaen Beach findet man gleich drei Attraktionen. Zum einem die große Statue des vergoldeten, rot gekleideten Mönchs, welche schon vom Tawaen Beach zu sehen ist. Hier könnt ihr auch – in der Saison – Paragliding ausüben und euch an einem schönen Ausblick auf den, darunter liegenden, Tawaen Beach und - im Osten - auf Jomtien sowie Pattaya erfreuen.

Wer sich am Mönch links vorbei weiter in Richtung Süden auf der Hügelkette bewegt, wird nach etwa 300 Metern einen Tempel zum Ehren der chinesischen Göttin Guanyin vorfinden. Auch hier gibt es einen guten Aussichtspunkt, von wo man das westliche Ufer in Richtung Norden einsehen kann.

Noch knapp zweihundert Meter weiter dem Weg nach Süden gefolgt, findet ihr eine kleine Pagode und dahinter – auf einem Hang liegenden - Schreine mit Buddha Statuen und einem „Fußabdruck des Buddha“.

Im Norden der Insel – am Rande der Siedlung – finden die gut betuchten Freunde des Schießsports eine Schießbahn wo man – leider für recht viel Geld – seine Zielfertigkeit unter Beweis stellen kann. Ein ziemlich teures Hobby bei mindestens 2 US Dollar pro Patrone.

Etwa einen halben Kilometer nördlich der Insel entfernt befindet sich die kleine Insel Ko Sak, wo die Tauch- und Schnorchel touren von Koh Larn oder Pattaya hinführen und wo ihr euch - etwas abseits der großen Touristenmassen auf der Coral Island – an einem weniger überlaufenen Strand ausruhen könnt.

Wenn dann schließlich die Sonne im Westen der Insel sich dem Meeresspiegel nähert und der Ozean anfängt golden zu glänzen, verschwinden die meisten Badeurlauber von den Stränden langsam und begeben sich auf die kurze Rückreise mit der Fähre nach Pattaya. Dann gibt es nur noch diejenigen, die auf der Insel bleiben und die – in Thailand allgegenwärtigen – Hunde und Katzen, welche am Tag die Sonne meiden, im Schatten und Gebüsch ihre Zeit verbringen oder hinter den Küchen und neben den Streetfood Verkaufsständen auf leckere Essensreste warten.

Dies ist die Zeit wo das Leben auf der Insel langsamer und langsamer zu werden scheint, wo die vergoldeten Wellen gegen die immer dunkler werdenden Felsen prallen und diese mit einen weißen Schaum umhüllen, wo das Wasser den Strand immer mehr glättet und die Spuren des vergangenen Tages verwischt. Schließlich verdunkelt sich der blendend goldene Kreis der Sonne immer mehr und wird zunächst orange, dann rot und fällt erst langsam und dann plötzlich ganz schnell hinter den Horizont, während die Schatten immer länger und dunkler werden bis sie die Insel bis zum nächsten Morgen verschlingen.

Jetzt geht fast nichts mehr, keine Fähre, keine Touristenmassen, alles abseits der Resorts und der Restaurants ist die Ruhe eingekehrt und nur ab und zu nur hört man im Hintergrund ein paar Vögel, Affen, eine laut gewordene Zikade, den stotternden Motor eines überforderten Rollers oder den eines Autos. Vereinzelt sind jedoch auch noch dagebliebene Besucher zu den Aussichtspunkten auf den Hügeln unterwegs von denen man einen schönen Ausblick auf die wilde Pattaya und das ruhige Jomtien erhaschen kann.

Kurzes Fazit:

Die Insel ist einen Besuch auf jeden Fall wert. Wer in Pattaya oder Jomtien Urlaub macht und ohne viel zu Reisen nur einen oder zwei Tage an einem Strand mit sauberen Wasser verbringen möchte findet hier dafür die idealen Möglichkeiten und wer auch etwas sehen will kann einen weiteren Tag dafür opfern. Doch sollte man wissen: nach dem Sonnenuntergang passiert auf Koh Larn fast nichts mehr, hier sind dann wohl nur noch die Nachtfotografen und Vampire unterwegs ;-)

Anbei findet sich die Karte mit markierten Sehenswürdigkeiten über die ganze Insel Koh Larn verteilt. Es sind nicht sehr viele davon vorhanden und die meisten im Westteil der Insel. Wer spektakuläre Landschaften sehen möchte, der soll in der Rubrik "Strände und Aussichtspunkte" nachschauen.

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Auf der Insel finden sich etliche kleine Restaurtants. Da es allerdings meist kleine, familiäre Betriebe sind die von einem Tag auf den anderen Schließen und wiedereröffnet werden macht es keinen Sinn sie einzeln vorzustellen. Daher habe ich auf der Karte nur die Gegenden markiert wo es viele dieser Restaurants zur Auswahl gibt. Natürlich gibt es noch hier und da einen mobilen Verkaufsstand welcher auf keiner der Karten verzeichnet ist.

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Auf der Insel gibt es etliche Strände - ganze 9 auf der Insel und eine auf der kleinen Nebeninsel Ko Sak - und Aussichtspunkte von dennen man einen Überblick über die Insel sowie eine schöne Fernsicht auf Pattaya und Jomtien haben kann.

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Auf der Insel - vor allem in der Umgebung des Piers, aber auch etwas südlicher davon an der Ostküste und etwas im Inneren der Insel sowie im Westen am Tawaen Beach - findet man viele günstige, kleine Resorts, Hotels und Pensionen. Es sind in der Regel familiär betriebene Unterkünfte die in der Bewertung zwischen einem und drei Sternen und meist zu günstigen Preisen im Bereich zwischen ca. 15 und ca. 70 Euro pro Nacht liegen. Viele davon sind allerdings erstaunlich sauber, gepflegt und gut erhalten und bieten einen verhältnismäßig wirklich guten Service.

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Tipp: andere gute Hotels in Thailand findet ihr auf Siamroom.net
Auch andere Orte -welche man kennen sollte - wie die Supermärkte, das Pier oder die Shooting Range findet ihr auf der Karte markiert wenn ihr in links in der Liste "Andere Orte" auswählt. Natürlich gibt es auch etliche Geschäfte und Dienstleistungen mehr in der Umgebung, diese bin ich allerdings nicht in der Lage einzuzeichnen.

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